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Herzlich willkommen!

Ich freue mich, dass Sie Sich mit Inklusion beschäftigen. Auf dieser Seite möchte ich meine Thesen zur Inklusion vorstellen und würde mich freuen, sie mit Ihnen diskutieren zu können. Tatsächlich ist da sehr vieles recht erstaunlich:

  1. So Ist fast jeder zehnte Deutsche schwerbehindert. Das sind auch viele im arbeitsfähigen Alter. Sie sind zwar überdurchschnittlich gut ausgebildet, sehr berufserfahren und oft entfernt von den schlimmsten Behinderungsfällen, die uns einfallen. Trotzdem sind sie deutlich häufiger und länger arbeitslos als Nichtbehinderte.
     

  2. Schwerbehinderte sind daher eine nahe liegende Lösung für den Fachkräftemangel. Sie sind insbesondere eine millionenschwere Alternative dazu, dass wir Arbeitskräfte im Ausland suchen (und hier integrieren) müssen. Sie sind jedoch schon da, sprechen Deutsch, sind ausgebildet, sind alt genug und berufserfahren, brauchen keine Infrastruktur für die Kinderbetreuung etc.
     

  3. Aber auch volkswirtschaftlich ist dieser Weg interessant. Die systematische Integration von Schwerbehinderten in den Arbeitsmarkt könnte unser Bruttoinlandsprodukt auf 10 Jahre um ca.10% steigen lassen und würde zusätzliche Steuereinnahmen i.H.v. einem Sondervermögen für Infrastruktur bedeuten.
     

  4. Überdies kann ihre Integration unsere Arbeitsproduktivität um mehrere Prozentpunkte steigern. Zur Erinnerung: Seit 2019 ist die Arbeitsproduktivität in Deutschland praktisch nicht gewachsen, sehr wohl aber in anderen Ländern. Beispielsweise ist sie – und damit auch der Wohlstand - in den USA seit 2019 um ca. 10% gewachsen. Wir fallen zurück - u.a. weil wir weiter Behinderte diskriminieren.
     

  5. Diese Stagnation liegt also auch an der Behindertenpolitik, die wir uns leisten. Sie war einmal progressiv, ist aber an alten Strukturen ausgerichtet und wird nicht angepasst. Während sich Deutschland z.B. weiter am Paradigma des Nachteilsausgleichs orientiert, hat sich international schon lange ein anderes Paradigma, das der Chancengleichheit, durchgesetzt. Deutschland hat sich dazu zwar vor 20 Jahren mit Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, weigert sich aber beharrlich, das auch umzusetzen. Den Schaden davon haben wir alle, vor allem aber die Schwerbehinderten.
     

  6. Wir sind sehr stolz darauf, dass Unternehmen jeden 20. Arbeitsplatz mit einem Schwerbehinderten besetzen müssen. Tatsächlich machen das aber nachweislich nur 2% aller Unternehmen. Die anderen 98% sollen zwar ein Bußgeld zahlen, werden aber sonst ausdrücklich nicht sanktioniert. Für die „guten“ 2% sind die Möglichkeiten überdies verzehnfacht (!) worden, mit denen sie das Gesetz erfüllen können, zum großen Teil an den Menschen vorbei, die wirklich unter einer Schwerbehinderung leiden.
     

  7. Generell fällt auf, dass sich der Staat zwar anmaßt, Schwerbehinderte zu „identifizieren“ und ihre Nachteile „auszugleichen“. Tatsächlich aber betreibt er seit Jahrzehnten eine Politik, mit der Schwerbehinderte systematisch diskriminiert, benachteiligt, ausgegrenzt und an den Rand der Gesellschaft geschoben werden, so dass sie möglichst nicht mehr sichtbar sind.
     

  8. Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung ist Inklusion in einem Unternehmen aber wirtschaftlich sehr vorteilhaft. Das liegt weniger an Arbeitserleichterungen für den einzelnen Schwerbehinderten, sondern an der höheren Arbeitsproduktivität der gesamten Belegschaft, zu der Inklusion führt. Und auch außerhalb des Unternehmens erschließt Inklusion ganz wesentliche Erträge. Beides wird gerne „übersehen“.
     

  9. Auch im Gegensatz zur allgemeinen Meinung müsste ein Unternehmen einen Schwerbehinderten daher von den Vorteilen der Inklusion für ihn erst überzeugen. Dazu hat es sehr viele Möglichkeiten. Das Unternehmen und der Schwerbehinderte müssen jedoch zusammenarbeiten. Die Schwerbehindertenvertretung ist ebenfalls eher ein Partner des Unternehmens als sein Gegenspieler.
     

  10. Inklusion ist daher im Grunde ganz einfach. Ein Unternehmen muss sich nur an drei Fragen langhangeln: Wann kommt es zu einer Zusammenarbeit? Welche Sicht hat der Mitarbeiter? Welche Sicht hat es selbst. Auf der Grundlage der Antworten zu diesen Fragen kann das Unternehmen dann entscheiden, wie es am besten vorgehen möchte.
     

  11. Trotz alledem gibt es in Deutschland sehr viele Vorurteile zu Behinderten, gerade auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings bezieht sich nur ein kleiner Teil auf den Behinderten oder die Behinderung. Die allermeisten Vorurteile beschäftigen sich damit, wie seine Umwelt reagiert. Dementsprechend sagen viele Behinderte: „Ich bin nicht (von Natur aus) behindert, ich werde (von anderen) behindert.“
     

  12. Die deutsche Behindertenpolitik ist – völlig einseitig – an den Interessen und den Gegebenheiten von großen Unternehmen ausgerichtet. Ergebnis ist eine doppelte Diskriminierung, der von Behinderten und der des Mittelstands. In der Folge verzichten wir auf viel Inklusion, die möglich wäre. Dementsprechend stößt auch die Teilhabe Behinderter in unserer Gesellschaft auf sehr viele Schwierigkeiten, die eigentlich vermieden werden können. Wir machen es Behinderten halt unnötig schwer.

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